Dreidimensionale Piraten

Veröffentlicht: 08/07/2011 in At The Movies, Da draußen
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Ich bin heute im Kino gewesen, zum ersten Mal seit Monaten (mindestens). Ich gehe ja im Allgemeinen selten ins Kino, nicht weil ich grundsätzlich etwas dagegen hätte, sondern weil ich die meisten Filme einfach lieder im englischen Original schaue, und das bieten mir die meisten Kinos für die meisten Filme nicht. In Münster konnte man schonmal die ganz großen Blockbuster in Englisch erwischen, aber hier in der Gegend ist einbfach mal nichts dergleichen. Abgesehen natürlich von den Niederlanden.

Ich wohne ja nun seit bald zweieinhalb Jahren in unmittelbarer Nähe zur niederländischen Grenze, und heute habe ich es endlich mal geschafft, „drüben“ ind Kino zu gehen. In den Niederlanden werden die meisten Kinofilme im Original mit Untertiteln gezeigt, lediglich bei Kinderfilmen wird synchronisiert. Mein auserkorener Spielfim war heute „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“, der vierte Teil der auf einer Disney-Attraktion basierenden Filmreihe, die in Deutschland unter dem Titel „Fluch der Karibik“ bekannt ist. Ich habe überhaupt nur den zweiten Teil auf deutsch gesehen, als er im Kino in Münster lief, und war von der Synchronstimme für Captai Jack Sparrow so entsetzt, daß ich eine Woche später sofort nochmal reingegangen bin, denn mittlerweile lief er dann doch auf Englisch. Entsprechend war es für mich gar keine Frage, daß auch Teil Vier auf Englisch dran glauben mußte, und ich war durchaus bereit, notfalls auf die DVD zu warten, aber nun hat es sich endlich ergeben, und so habe ich mich heute nachmittag aufs Rad gesetzt und bin nach Reuver gefahren, einem Ort in der Nähe von Venlo. In Venlo selbst scheint es nur ein Kino zu geben, das aber nicht die großen Hollywood-Streifen bringt, sondern kleinere Produktionen; in Reuver dagegen gibt es das Luxor, das gleich noch ein „Grand Cafe“ dabei hat, wo man auch ganz schön sitzen kann.

Luxor klingt wie Luxus, und ganz falsch ist das auch nicht. Dieses Kino ist einfach richtig schön. Gediegenes Design, roter Teppichboden auf den Gängen, in den Sälen jeweils eine Bar hinten drin und davor Reihen von rot bezogenen Sitzen mit Abstelltheken und Lämpchen dazu. Ich kann das gar nicht so schön beschreiben, wie ich es möchte, also empfhele ich einfach die Webseite, da gibt es auch Bilder. Ich habe meine Karte schon vorher im Netz reserviert und war früh genug da, um mich noch ein Weilchen mit einem kühlen Pils ins Cafe zu setzen und in meinem Shakespeare zu lesen. Und dann ging es auch schon ab in den Saal, am Eingang die 3D-Brille geschnappt, noch eine Cola geholt und dann bequem im Sessel auf den Beginn des Films gewartet. Und dank der Werbung konnte ich mir noch ein paar Brocken Nederlands einverleiben.

3D – das nächste Stichwort. Dies war mein erster Kinofilm in 3D, und so richtig begeistert war ich jetzt nicht. Der Effekt fällt natürllich am Anfang auf und sieht erstmal total cool aus, aber so nach und nach stellte ich fest, daß er in einigen Szenen gar nicht vorhanden zu sein scheint, dann aber wieder auftaucht und jedesmal vom Geschehen ablenkt. Teilweise sieht es aus wie Schicht-3D, also nur mehrere Ebenen anstatt durchgehender Tiefe. Wirklich auffällig war der Effekt durch die Untertitel, die eben deutlich vor dem Geschehen eingeblendet sind, und dadurch wurden die Untertitel auch besonders unübersehbar. Ich hatte nicht das Gefühl, daß die dritte Dimension dem Film irgendetwas gebracht hat, und ich würde den Film gerne nochmal in 2D sehen, um mich mal auf den eigentlichen Film konzentrieren zu können. Und obendrein fand ich die Brille ziemlich unbequem.

Der Film an sich hat mir übrigens gut gefallen, auch wenn er am Ende etwas, naja, unwesentlich wirkte. Nachdem die ersten drei Filme ja immer epischer und größer wurden, war das hier schon eine Rückkehr zu den Wurzeln, es fühlte sich eher an wie Teil 1, nur eben als Teil 4, und dadurch wirkt er etwas mickrig. Musiklaisch kam auch nicht viel Neues raus, im Gegensatz zu den ersten drei Filmen ist mir hier keine Melodie im Kopf geblieben (außer denen , die eben recycelte Dinge aus den ersten Filme waren). Jack Sparrow ist natürlich wie immer großartig in seiner Art, dafür finde ich Barbossa etwas blaß. Penelope Cruz als neue weibliche Hauptrolle gefällt mir dagegen ganz gut, auch wenn der Charakter eher flach ist. Also von der Charaktertiefe her, Frau Cruz ist durchaus rund. Wenn ich das mal so anmerken darf. Ähem. Die Meerjungfrauen sind auch hübsch anzusehen, bis sie ihre Vampirzähne ausfahren und die Segler dahinmetzeln. Wie bitte? Ja, hier wird mit Mythen aufgeräumt. Ich mag ja besonders die Szenen am Anfang in London, schon weil es eben London ist. Judi Dench ist da übrigens auch zu sehen.

Im Endeffekt muß ich den Film aber nochmal sehen, um die Feinheiten überhaupt ordentlich würdigen zu können, weil ich durch das Drumherum mit 3D und so doch etwas abgelenkt war. Und zwischendurch ist mir eine Kontaktlinse verrutscht, und bis ich das im dunjlen Sall wieder hingebogen hatte, hatte ich zwei Minuten Film verpaßt. Bäh. Übrigens hat mich ja wirklich gewundert, daß außer mir keiner bis zum Ende der End Credits dageblieben ist – bei den PotC-Filmen gab es bisher immer noch eine kleine Szene hinterher und auch dieser hier macht da keine Ausnahme. Was da vorkommt? Sage ich nicht. Nur eins: Sequel Hook! Savvy?

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Kommentare
  1. werwarich sagt:

    Als 3D Film hat mich bis jetzt auch nur Avatar begeistert. Aber das wird schon noch. Grüße Andy

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