Nicht der König

Veröffentlicht: 18/09/2011 in Da draußen, Spielmannszug
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Dieses Wochenende war in Breyell Vogelschuß. Vogelschuß heißt, daß die Schützen der Bruderschaft St. Lambertus Breyell-Dorf /-Metgesheide e.V. sich treffen, um den neuen Schützenkönig auszuschießen. Nun ist das ja grundsätzlich nichts neues für mich, ich habe ja schon seit jahren mit meinen Spielmannszügen an diversen Schützenfesten gespielt und dabei eine Menge Königsschießen mitgemacht. Ungewohnt ist für mich hier nur der Modus, daß der Vogelschuß in einem Jahr und das Schützenfest im nächsten Jahr stattfindet, aber seis drum. Der größere unterschied war sicherlich, daß ich bei diesem Vogelschuß nicht nur als unbeteiligter Musiker da war, sondern durch die Mitgliedschaft im Spielmannszug auch Mitglied der Bruderschaft bin. Und das eröffnet natürlich ganz neue Möglichkeiten…

Los ging das ganze schon am Freitagabend, da wurde nämlich schonmal zur Probe geschossen, auf einem anderen Platz mit einem anderen Vogel auf einer anderen Stange. Bier gabs auch, aber davon halte ich mich ja derzeit fern, also hab ich mir flaschenweise Wasser reingezogen. Ich habe mir sogar Wertmarken gekauft, aber weil ich von Manfred immer wieder welche bekam (im Spielmannszug wird man gut versorgt), hatte ich irgendwie am Ende mehr als am Anfang. Wasser kostet eben nur halb so viel wie Bier, da gehen die Marken nichts so schnell weg. Naja, dafür bin ich dann auch mal Schießen gegangen, als Nummer 44 auf der langen Liste derer, die den „Bummelkönig“ ausschossen (wenn ich das jetzt mal richtig geschrieben habe…). Der Brummelkönig ist der Schützenkönig des Probevogelschusses, bekommt eine kleine Kette und bleibt bis mitternacht im Amt. Außerdem bekommt er eine Geldprämie, die zufällig so bemessen ist, daß sie für die traditionelle Königsrunde im Gelagehaus reicht. Ich hatte meine liebe Not, mit dem Gewehr irgendwas zu treffen. Beim Luftgewehrschießen hatte ich mich ja nach einer Weile ganz brauchbar geschlagen, aber eine Schrotflinte ist doch was anderes. Kickt ganz schön 🙂 Dafür fand ich es schwer, sie richtig zu halten, um anständig zielen zu können. Aber dafür hat man ja einen Probeabend. Nun, der Vogel fiel irgendwann, ich hatte nach drei Schüssen aufgehört, man zog zum Kreuels, und ich bin dann recht bald heim ins Bettchen.

Samstagmittag ging es dann weiter, mit dem richtigen Vogelschuß. Erst Antreten, dann Umzug, und dann durfte der alte König das Silber abgeben. Der Vogel war diesmal in einer Kiste aufgehängt, und zuerst durfte der alte König und ein paar andere ihre Ehrenschüsse abgeben. Ich bin dann nach einer Weile auch angetreten (nein, sogar sehr früh, als Nummer acht auf der Liste), vor allem, um weiter zu üben und vielleicht mal einen Schuß richtig zu zielen. Der erste Schuß saß, aber laut Durchsage am Anfang brauchten wir uns „für die ersten hundert Schuß“ keine Sorgen machen. Nach den vielen Schützen am Vorabend war ich ganz überrascht, als ich nach ziemlich kurzer Zeit schon wieder zum Schießen gerufen wurde. Die Liste war doch deutlich kürzer diesmal, aber ich habe dann auch den zweiten Schuß weit daneben gesetzt – nur die Streuung des Schrots hat wohl dafür gesorgt, daß ein paar Späne fielen. Beim dritten Mal habe ich mir dann mal die Ruhe angetan und tatsächlich den Vogel getroffen, gezielt und absichtlich. Das übrigens zu einem Zeitpunkt, als außer dem Körper nichts mehr hing. Irgendwann kommt ja nun bei so einem Vogel der Punkt, an dem theoretisch jeder Schuß der letzte sein kann, und da ich es mir nun doch nicht leisten kann, mal eben Kömig zu werden, habe ich mich mal vorsichtshalber von der Liste entfernen lassen, alsomeine drei Schüsse bezahlt und das mal anderen überlassen. Puh. Vielleicht ein anderes Mal 🙂

Nun, es fand sich ein König (war nicht so einfach, offenbar fehlte es an willigen Ministern), was gut ist, denn sonst hätten wir keinen gehabt, und für die Spielleute endete der Abend mit dem Einmarsch in den Saal zum Königsball. Ich bin wiederum früh weg, denn ich hatte ja am Sonntag noch etwas Arbeit zu tun. Insgesamt eine interessante Erfahrung, wobei ich immer noch den Gewehrrückschlag an der Schulter spüre. Ein bißchen Leiden muß auch mal sein.

und jetzt gute Nacht.

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