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London and back in 36 hours

Veröffentlicht: 16/05/2011 in Schule
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Schulfahrt nach London – klingt doch super, dachte ich mir vor ein paar Wochen, als ich zufällig mitbekam, daß noch eine Begleitperson für die Fahrt gesucht wurde, und so meldete ich mich spontan. Immerhin hatte ich derlei Fahrten schon mitgemacht, damals als Schüler in der siebten Klasse, als Assistant Teacher über Nacht nach Aachen, solche Sachen halt. Und jetzt, da ich die Fahrt hinter mir habe, fand ich das ganze auch nicht schlecht, aber doch etwas weniger grandios, als ich es gehofft hatte. Ich denke, das liegt im Wesentlichen an drei Dingen:

1. Mit dem Bus über Nacht fahren ist doch gar nicht mal so angenehm. Die Hinfahrt habe ich ja fast ohne Schlaf überstanden. Nicht absichtlich, sondern eher, weil es doch nicht so einfach ist, im Bus zu schlafen, zumal bereits um halb drei die Fährüberfahrt anstand, und danach habe ich einfach mal beschlossen, daß sich Schlafen jetzt auch nicht mehr lohnt. Die 40-minütige Pause am Rastplatz war dann aber auch nicht so optimal. Egal, jedenfalls habe ich dann bis London doch noch ein bißchen gepennt und bin dann bei  strahlendem Sonnenschein mit Blick auf den Millennium Dome aufgewacht.

2. Die Sightseeing-Tour zu Fuß war vielleicht doch ein bißchen lang. Ich kann ja einiges ab, und ich bin ja auch schon echte Strecken gelaufen in London, aber ab Trafalgar Square, spätestens ab St.Paul’s Cathedral war ich eigentlich ein bißchen auf (und sogar einige der Schülerinnen und Schüler machten den Eindruck, aber schlappgemacht hat niemand). Die Tour lief wie folgt: Westminster Bridge – Houses of Parliament – Westminster Abbey – Downing Street – St.James Park – Buckingham Palace – The Mall – Trafalgar Square (bis dahin war die Rote übrigens identisch mit der Route, die wir damals gelaufen sind, als ich als kleiner Dotz mit der Schule in London war) – Strand – St.Paul’s Cathedral – Thames Riverside Walk – Tower of London. Puh. Gerade die letzten Teile zogen sich doch ganz schön. Und als meine Lehrerkollegen dann keine 4 Pfund für die U-Bahn ausgeben wollten (ich habe noch nicht rausgekriegt, warum das so elend viel kosten sollte – auf Oyster zahle ich 2,30 Pfund pro Fahrt), haben wir uns kurzfristig für zweieinhalb Stunden getrennt, und ich habe ein paar Einkäufe erledigt und habe London per Tube und Bus unsicher gemacht. Oyster ist toll. Und als wir uns um fünf am Trafalgar Square wieder trafen, war irgendwie der einzige Wunsch, daß der Bus doch kommen möge. Kein Wunder, nach dem langen Tag. Wir sind dann aber doch erstmal noch was Essen gegangen und waren schließlich gegen halb acht zurück am Treffpunkt an der Westminster Bridge – und die ersten Schüler waren auch schon da. Das Wetter hatte sich über Tag übrigens zunehmend verschlechtert, aber so richtig Regen blieb uns zum Glück erspart. Trotzdem war es abends dann frisch und windig.

3. Die Zeit von acht bis elf war doch ein bißchen über. Der Bus kam nämlich erst um elf (naja, er kam etwas früher, kurz nach halb), und so hatten wir eine Menge Zeit tozuschlagen. Spätestens um neun war die ganze Truppe da, und dann hieß es warten. Wir hingen im Vorraum der Namco World ab. Irgendwie wäre das eigentlich die optimale Zeit, sich noch zwei Stunden in irgendeinen Pub zu hocken und sich ein paar Pints reinzuhauen – geht aber nicht, wenn du als Lehrer mit 40 Schülern unterwegs bist (auch wenns Schüler der älteren Sorte waren, sprich Zwölfer). Also warten, warten, warten, und nicht auf die müden Beine achten. Kollegeg Busch schmerzten auch die Füße, mir weniger, weil ich Wanderschuhe anhatte. London halt 🙂

3b. Für mich persönlich war es auch etwas blöd, daß ich die Schüler alle nicht kannte – mit den eigenen Pappenheimern macht das sicher mehr Spaß. Vielleicht nächstes Jahr? Ich denke doch, daß ich einen Zwölferkurs abbekomme.

Nun, alles in allem sicher ein lohnender Tag, der mir auch gezeigt hat, was man mit Schülern so anstellen kann. Außerdem mal wieder in London gewesen, wo ich es wohl zum Stiftungsfest Gregorianae in zwei Wochen nicht schaffen werde. Und ich weiß, wie ich eine solche Fahrt lieber nicht mache (aber die Frage ist natürlich, ob es bezahlbare Alternativen gibt). Die Rückfahrt habe ich übrigens fast komplett verschlafen, den halben Sonntag auch (bin nur zum Laufen raus gegangen), und auch die Nacht habe ich super geschlafen, von zehn bis sechs, und dann war das Aufstehen immer noch hart. Ich hatte dann auch noch diesen sehr realen Traum, aber da mach ich lieber ein eigenes Posting draus. Nun, und jetzt ist ein neuer Tag, Schultag natürlich. Ha!